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Praktikum in Down Under – ein zweiter Erfahrungsbericht

Schon zu Beginn meines Studiums plante ich, einen Teil davon im Ausland zu verbringen. Wie genau ich mein Auslandsstudium ausgestalten wollte blieb dabei lange unklar. Bis ich  auf den Reisebericht von Stephan Hötte stieß: Ein Praktikum bei TUNRA Bulk Solids in Newcastle, NSW, Australien. Ich meldete mich kurzerhand bei ihm und wir besprachen meine Reisepläne. Im Grunde war der größte Teil meiner Vorbereitungen damit schon abgeschlossen. Dank Stephans guter Kontakte bedurfte es lediglich einiger Emails und ich hatte einen Praktikumsplatz Down Under.  

TUNRA Bulk Solids ist der kommerzielle Arm der Universität Newcastle und betreibt Consulting und Forschung im Bereich der Fördertechnik. Ein interessantes Fachgebiet, mit welchem ich vorher noch nicht in Berührung gekommen war. Eine große Herausforderung mit vielseitigen Möglichkeiten mein fachliches Wissen zu ergänzen und in der Praxis anzuwenden.

Einige aufregende Monate und einen langen Flug später, fand ich mich in einem Hotel in Newcastle wieder, welches TUNRA für mich gebucht und bezahlt hatte. Da ich ein Zimmer mit Meerblick hatte, konnte ich gleich am ersten Morgen vom Balkon aus einen Surfcontest bewundern. Australien präsentierte sich mir von Anfang an von seiner besten Seite. Die Eingewöhnungswoche im Hotel nutzte ich um die Stadt kennen zu lernen und mir eine Bleibe zu suchen. Ich quartierte mich in der Nähe der Strände (und Bars) ein. An meinem ersten Arbeitstag stellte sich heraus, dass der Kollege, der mich gerade anlernte jetzt mein neuer Nachbar war. So war gleich Anschluss gefunden und eine Mitfahrgelegenheit zur Arbeit sowieso.

Fachliches

Die ersten Wochen meiner Arbeit bei TUNRA verbrachte ich mit praktischer Einarbeitung in die Messung der Fließeigenschaften von Schüttgütern. Außerdem eignete ich mir die den Messungen zu Grunde liegende Theorie an. Dabei war es mir frei überlassen wie ich meine Arbeit einteilte, sodass ich besonders zu Anfang viel Zeit mit praktischer Arbeit verbrachte um so möglichst schnell die gesamte Firma kennen zu lernen. Die Literaturrecherche am Schreibtisch verschob ich erst einmal auf später. Nachdem ich mich mit den praktischen Messungen vertraut gemacht hatte und auch die Theorie der Schüttgutförderung verinnerlicht hatte, begann ich mit meiner eigentlichen Aufgabenstellung. Diese bestand darin eine neue Theorie zum Kernfluss in Silos und Lagerhallen zu validieren, welche Professor Alan Roberts aufgestellt hatte.

Obwohl ich vor meinem Praktikum bei TUNRA mit der Schüttgutförderung noch nicht in Berührung gekommen war konnte ich durch die gründliche Einarbeitung sämtliche anfallenden Aufgaben gut erledigen und hatte viel Spaß an der Arbeit. Besonders die exzellente Betreuung durch meinen Supervisor JD Prigge sorgte dafür, dass ich während meines Praktikums fachlich sehr viel gelernt habe.

Freizeit

Da ich mich in der Nähe des Strandes einquartiert hatte verbrachte ich den Großteil meiner Freizeit auch dort. Ein Surfboard war schnell gefunden (mein erstes bekam ich von TUNRAS Laborchef geliehen) und obwohl man in wenigen Monaten nicht zum Profi wird wurde der Newcastle Beach schnell zu meinem zweiten Zuhause. Da TUNRA eng an die Uni angelehnt ist arbeiten dort viele Studenten, die immer aufgeschlossen waren etwas zu unternehmen. So gab es nach Feierabend und an den Wochenenden immer etwas zu tun. Besonders an den Strand geht man in Newcastle natürlich nie alleine. Aber auch die Blue Mountains waren jeden Wochenendtrip wert und das mit dem Zug etwa drei Stunden entfernte Sydney natürlich sowieso.

Nach meinen ersten beiden Monaten in Newcastle kam ein weiterer deutscher Student zu TUNRA, um dort seine Abschlussarbeit zu schreiben. Weil Australien mich mit offenen Armen empfangen hatte war das für mich natürlich eine gute Gelegenheit ein wenig davon weiter zu geben und dafür zu sorgen, dass er sich genauso gut aufgenommen fühlte, wie ich.

Im Anschluss an mein Praktikum bereiste ich mit einem Freund aus Deutschland noch einen Monat lang die Ostküste. Eine super Erfahrung, die uns mein Vermieter in Newcastle ermöglicht hat, indem er uns kurzerhand sein Auto lieh.

Fazit

Sowohl fachlich als auch privat habe ich von meinem viermonatigen Praktikum bei TUNRA Bulk Solids stark profitiert. Falls jemand mit dem Gedanken spielt dort ebenfalls ein Praktikum zu absolvieren oder eine Abschlussarbeit zu schreiben kann ich das nur empfehlen. Das tolle an Australien ist, dass alles was an sich unmöglich scheint z.B. weil das Geld fehlt oder die Planung der Auslandsreise wie ein riesiger Berg an Aufgaben noch vor einem liegt, plötzlich doch möglich wird. Sei es durch ein ausgeliehenes Auto oder durch ein Stipendium für Abschlussarbeiten. Ich für meinen Teil werde auf jeden Fall zurückkehren und meine Diplomarbeit bei TUNRA schreiben. Australien lässt mich nicht mehr los.

Abschließend möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bei Prof. Hager, Prof. Overmeyer und natürlich Stephan Hötte bedanken, welche mir die unglaubliche Erfahrung Australien ermöglicht habe

 

Jens Plinke, im Oktober 2012